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Interview mit VPB-Präsident Dipl.-Ing. Thomas Penningh, Leiter des VPB-Regionalbüros Braunschweig



Wer sein Haus optimal dämmt, spart Heizkosten und schont die Umwelt

Rund drei Viertel des Energieverbrauchs im Privathaushalt entfallen aufs Heizen – ärgerlich, wenn ein Großteil der Wärme ungenutzt nach außen entweicht. Energiesparen ist also immer sinnvoll. Umfangreiche Maßnahmen rechnen sich dabei gerade dann, wenn sowieso Sanierungsbedarf besteht und beispielsweise ein Gerüst für Dacharbeiten aufgestellt werden muss.

Frage:
Herr Penningh, es gibt Dutzende Möglichkeiten, sein Haus zu dämmen. Welche Dämmstoffe sind die besten?

Antwort:
Mit welchen Dämmmaßnahmen Sie am effektivsten Heizkosten einsparen, unterscheidet sich von Haus zu Haus. Sie müssen Ihr Haus thermisch als Gesamtgebilde betrachten. Einzelmaßnahmen sind da weniger effektiv und führen schnell zu Problemen wie Schimmelbildung. Lassen Sie deshalb immer zunächst ermitteln, welches Maßnahmenpaket für Ihr Zuhause sinnvoll ist.

Frage:
Allein durch das Dach können bis zu 20 Prozent der teuer erzeugten Wärme entweichen. Was lässt sich da tun?

Antwort:
Ist Ihr Dachboden nicht ausgebaut, reicht es oft auch die oberste Geschossdecke zu dämmen. Selbst weniger versierte Heimwerker können das alleine.

Frage:
Und wenn das Dach bewohnt ist?

Antwort:
Dann müssen Sie tiefer in die Tasche greifen. Muss ohnehin neu eingedeckt werden, bietet sich die Isolierung von außen an, zum Beispiel die sogenannte Aufsparrendämmung. Eine Wärmedämmung von außen ist zwar relativ teuer, weil auch ein Gerüst benötigt wird, aber da auch meistens das Dach gleich neu gedeckt wird, fällt dieser Posten unter die berühmten "Sowieso-Kosten".
Gegenüber der preiswerteren Dämmung von innen – in Form von Zwischensparren- und Untersparrendämmung – verlieren Sie dafür aber nicht an Raumhöhe und können den Innenraum unangetastet lassen. Zudem minimiert die einfache und flächige Montage bei der Aufsparrendämmung die Gefahr von Wärmebrücken. Aber auch hier ist der luftdichte Anschluss der Wärmedämmung und der Dampfbremse an die Außenwände ein kritischer Punkt, der akribisch ausgeführt werden muss.

Frage:
Das klingt sehr vernünftig, aber was kostet das?

Antwort:
Für ein von außen gedämmtes Dach müssen Sie mit rund 150 Euro pro Quadratmeter rechnen. Dafür verbessert sich ganzjährig die Wohnqualität, denn im Sommer reduzieren Sie mit einer verbesserten Wärmedämmung ja auch das Aufheizen der Räume im Dachgeschoss. Unserer Erfahrung nach trägt die Wärmedämmung, gleich welcher Art, auch zum Werterhalt, wenn nicht gar zur Wertsteigerung der Immobilie bei.

Frage:
Was machen Besitzer schöner alter, oder gar denkmalgeschützter Häuser. Sie dürfen oder wollen vielleicht nicht von außen dämmen. Was halten Sie von Innendämmungen?

Antwort:
Soll oder darf die Fassade nicht verändert werden oder sollen nur wenige Räume besser isoliert werden, können Sie auch von innen dämmen. Dabei kann allerdings Wohnfläche verloren gehen, außerdem bleiben stets Wärmebrücken bestehen, denn über Geschossdecken oder Deckenbalken fließt weiterhin Wärme. Die Dämmwirkung ist also in den meisten Fällen aufgrund der geringen Dämmstärke etwas geringer als bei der Außendämmung. Insbesondere bei der Innendämmung ist ein fachgerechter Einbau erforderlich. Der Gesamtaufbau sollte vorher bauphysikalisch geprüft werden. Denn bei unsachgemäßem Einbau kann es zu einem Ausfall von Feuchtigkeit bis zur Schimmelpilzbildung kommen.

Frage:
Was kosten Innendämmungen?

Antwort:
Bei Innendämmungen rechnen wir mit Quadratmeterpreisen ab etwa 45 bis 50 Euro. Bereits mit rund acht Zentimeter Dämmschicht sparen Sie 10 bis 15 Prozent Heizenergie ein.

Frage:
Nun mag sich nicht jeder Kunststoffplatten, die in der Regel außen montiert werden auch ins Haus holen. Welche Dämmstoffe gibt es denn für die Innendämmung?

Antwort:
Zur Auswahl stehen Dämmplatten aus unterschiedlichen Materialien, wie Mineralschaum- oder Holzfaserplatten, Calciumsilikatplatten und weitere dampfdiffusionsoffene Baustoffe wie Kork oder Schafwolle. Bei einer Innendämmung ist es sinnvoll, auch auf ein schadstoffarmes und möglichst auch baubiologisch unbedenkliches Material zu achten.
Welches Material sich für Ihre Räume am besten eignet, hängt von den baulichen Gegebenheiten ab. Wichtig ist vor allen Dingen, dass der Wandaufbau erst einmal bauphysikalisch geprüft wurde, bevor die Arbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Nur so lassen sich Feuchtigkeitsschäden und Schimmelbildung vermeiden.




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Ergänzende Informationen finden Sie u.U. hier:
Bauvertrag - Bauberater - Bausachverständiger - Verbraucherverband - Baufachleute

 

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