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Ausgabe Januar 2016


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Neubau: "Bauseits" wird immer teuer für den Bauherrn

Vorsicht: Steht im Vertrag das Wort "bauseits", dann müssen Bauherren besonders aufpassen! Der Begriff "bauseits" suggeriert dem Laien, die Baufirma übernähme diese Arbeiten. Es ist aber tatsächlich umgekehrt. "Bauseits" heißt: Diese Aufgaben muss der Bauherr selbst veranlassen und übernehmen. Arbeiten, die "bauseits" erledigt werden müssen, bedeuten grundsätzlich Mehrkosten und Eigenverantwortung für die Bauherren. Viele bemerken das aber nicht, weil ihnen die Bedeutung mancher Vertragspassagen nicht klar ist. So kann beispielsweise der Passus "Wasserhaltung bauseits" richtig ins Geld gehen, denn er bedeutet: Falls nach dem Aushub Grund- oder Sickerwasser in der Baugrube steht, muss der Bauherr es abpumpen lassen und zwar häufig während der gesamten Rohbauzeit. Das kann selbst beim Einfamilienhaus schon mal 3.000 Euro kosten ...

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Bauvertrag: Beauftragen Sie auch die Entwässerung

Häuser brauchen nicht nur einen Trinkwasseranschluss, sondern auch einen Abwasseranschluss. Frischwasser und Kanal sind zwei unterschiedliche Systeme. Beide müssen geplant werden. Während sich die meisten Bauherren Gedanken darüber machen, wo sie im Haus Wasserhähne benötigen, denken nur die wenigsten über den Kanal nach und über die nötigen Revisionsschächte zur jährlichen Kontrolle. Das sollten Sie aber tun. So wie die Leitungen des Trinkwassersystems, müssen auch die Abwasserkanäle vom Experten geplant und entsprechend gebaut werden. Wohin entwässern Toiletten, Waschbecken, die Waschmaschinen im Keller? Wohin fließt das Regenwasser vom Dach? Wohin kommt gegebenenfalls die Zisterne? Wie werden Kellerschächte trocken gehalten? Gibt es eine Drainage? Wo soll die Rückstauklappe sitzen? Wo der Revisionsschacht? All das wird im Entwässerungsplan geregelt. Bauherren sollten ihn vorab beauftragen und vertraglich vereinbaren.



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Altbausanierung: Statt Sanierung auch Abriss und Neubau erwägen

Wer ein altes Haus kauft, der steht vor der Wahl: Umbau und Sanierung oder lieber gleich Abriss und Neubau. Viele Menschen scheuen vor der zweiten Möglichkeit zurück, beobachten die Bausachverständigen des VPB häufig. Dabei ist das gerade für die in den 1960er und 1970er Jahren gebauten Häuser eine Option. Es kommt darauf an, ob die alte Substanz Zukunft hat oder nicht ...

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Baurecht: Abstandflächen können Gemeinschaftssache sein

Mitglieder von Wohnungseigentümergemeinschaften können vieles nicht allein entscheiden und auch nicht unbedingt als einzelne Wohnungseigentümer klagen.
Wenn die Genehmigung eines Nachbarvorhabens die Abstandsflächen unterschreitet, kann das zum Problem werden: Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen (Beschluss vom 15. Juli 2015, Az. 7 B 478/15) ist der Auffassung, dass der Einzelne nur dann klagen kann, wenn dessen Sondereigentum konkret betroffen ist. Für nur das Gemeinschaftseigentum tangierende Beeinträchtigungen müsse die Gemeinschaft klagen. Dazu muss aber zunächst die Gemeinschaft in einer Eigentümerversammlung abstimmen, ob Klage gegen das Bauvorhaben erhoben werden soll. Je nachdem, wie man Kenntnis von der Nachbarbaugenehmigung bekommen hat, laufen aber unter Umständen Ausschlussfristen von nur einem Monat. Ob der Einzelne im Wege einer Notstandsgeschäftsführung bei drohendem Fristablauf vorgehen kann, ist ungeklärt. Das Urteil ist umstritten, aber sicherheitshalber ist in einem solchen Fall größte Eile geboten.



Verbraucherschutz: "Wohngesund" bedeutet gar nichts!

Bauherren, die zu Allergien mit bislang ungeklärten Ursachen neigen, sollten vor dem Bauen prüfen, ob sie nicht vielleicht an einer wohnraumbedingten Erkrankung leiden. Trifft das nämlich zu, dann sollten Baustoffe und Materialien, auf die sie allergisch reagieren, beim Neubau unbedingt vermieden werden. Damit das in der Praxis auch gelingt, sollte bereits bei der Auswahl des Hauses ein unabhängiger Sachverständiger hinzugezogen werden. Keinesfalls sollten Sie sich auf Zusicherungen des Schlüsselfertiganbieters wie "baubiologisch", "wohngesund", "allergiegetestet" oder "ökologisch" verlassen. Diese Bezeichnungen sind reine Marketinggags ohne juristischen Wert. Entscheidend ist nur, was tatsächlich gebaut und eingebaut wird. Und das muss vorab im Vertrag geregelt werden. Problematische Allergene müssen dort ausgeschlossen werden. Fragen Sie dazu Ihren VPB-Berater. Gesundes Bauen ist seit Langem ein wichtiges Thema für den VPB.



Expertentipp: Keine "reisenden Firmen" beauftragen!

Jeder weiß es, aber immer wieder passiert es: Wildfremde Leute klingeln an der Haustür, schauen mit besorgtem Blick nach oben und erschrecken die Bewohner mit den kalkulierten Worten: "Wissen Sie eigentlich, dass Ihre Ziegel locker sitzen ...? Das ist eine Zeitbombe! Wenn die runterkommen und jemanden erschlagen, werden Sie ihres Lebens nicht mehr froh. Wir machen das für Sie, jetzt gleich und ganz preiswert." Auch kritische Zeitgenossen werden da unsicher. Vielleicht doch schnell machen lassen? Schließlich kann es dauern, bis die Firma des Vertrauens kommt ... Tun Sie das nicht! Beauftragen Sie keine "reisenden Firmen", die bei Ihnen an der Haustür klingeln. Und selbst wenn Sie als aufgeklärter Internetnutzer kritisch sind und sich zu helfen wissen, denken Sie an Ihre Eltern! Oft suchen sich diese "Firmen" ihre Kundschaft gezielt aus: ältere Menschen, die tagsüber allein zu Hause sind und die sie eventuell überrumpeln können. Sprechen Sie mit den Senioren in Ihrer Familie über das Problem und entwickeln Sie gemeinsam Abwehrstrategien. Gut ist immer der Satz: "Darum kümmert sich mein Sohn/meine Tochter." Oder: "Meine Dachdecker sind schon damit beauftragt."



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Bautechnik

Treppenlifte sind heute technisch ausgereift und lassen sich optisch in die Wohnung einpassen. Die meisten Menschen kennen Treppenlifte aber nach wie vor nur aus Kleinanzeigen. Auf eine solche Anzeige hin sollte niemand einen Treppenlift bestellen. Kluge Käufer lassen sich zunächst immer mehrere Angebote machen und vergleichen dann Leistungen und vor allem Beratung. Wichtig ist die Beratung des Käufers in dessen Heim, und natürlich kommen seriöse Anbieter dazu kostenlos ins Haus. Dabei sollten die zukünftigen Besitzer des Treppenliftes sich die technischen Funktionen genau erläutern und die Fahrbahn und die Haltestellen des Liftes im Vorfeld detailliert skizzieren lassen. Gerade die Haltestellen sind wichtig. Dort muss der Benutzer sicher ein- und aussteigen können. Interessant ist auch die Frage, ob der neue Treppenlift die Benutzung der Treppe für Fußgänger einschränkt. Stört er? Ist er gar irgendwo im Weg? Fragen sollten potenzielle Käufer natürlich auch nach Garantiezeiten, Wartungsverträgen und -kosten, nach dem Kundendienst und, ob Umbauten zur Installation des Treppenliftes nötig sind. Selbstverständlich unterstützt Sie dabei auch Ihr VPB-Berater. Hilfreich sind auch die Krankenkassen.



Neues Einstiegspaket: "Individueller Sanierungsfahrplan"

Der Begriff "Individueller Sanierungsfahrplan" macht gerade die Runde. Aber was ist das eigentlich? Ganz einfach: Es gibt viele Möglichkeiten, ein altes Haus energetisch in Schuss zu bringen. Aber was für die einzelnen Hausbesitzer finanziell lohnend und die Immobilie bauphysikalisch sinnvoll ist, das hängt von vielen Faktoren ab. Wir helfen Ihnen dabei, Ihre Sanierungswünsche unter einen Hut zu bringen. Lesen Sie hier, wie das funktioniert:

» Lesen Sie mehr zum Thema Sanierungsfahrplan



Lesestoff: Nachkriegshäuser

NewsletterWer ein Nachkriegshaus kaufen möchte oder eines erbt, der sollte wissen, wo die häufigsten bautechnischen Probleme liegen. Der VPB hat dazu den 18-seitigen "Leitfaden für die Modernisierung eines Hauses aus den 1950 und 1960er Jahren" herausgebracht. Er ist als Broschüre über den VPB-Shop zu beziehen oder kann als digitale Lektüre aus dem E-Book-Shop geladen werden. Die einzelnen Kapitel befassen sich unter anderem mit den Problemen der Außenwände und Fassaden, mit Kältebrücken an alten Balkonen, mit feuchten Kellern, überholter Haustechnik, schlechtem Schall- und Wärmeschutz, mit maroden Flach- und ungedämmten Satteldächern und mit defekten Fenstern aller Art, von großflächigen Panoramascheiben bis hin zum damals beliebten Schwingflügelmodell. Ein Kapitel ist auch dem Wert und der Erhaltung alter, eingewachsener Gärten gewidmet.

» Zum Leitfaden Nachkriegshäuser




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Gute Architektur: Scheune und Arche in Pinnow

Douglasienholz, Glas und Bitumenschindeln prägen die äußere Gestalt dieses Ferienhauses in Pinnow/Gerswalde. Dank seiner dunklen Dachdeckung heißt das Unikat in der Region „das schwarze Haus“. Im Innern ist das Haus wie eine Yacht konstruiert, die Räume liegen hintereinander und werden bei Bedarf durch Schiebetüren getrennt. Obwohl das Haus zierlich wirkt, bietet es doch zehn Personen Platz. Der Clou des auf das Nötigsten reduzierten Baus: Die fabelhafte Aussicht!

» Mehr zur guten Architektur "Scheune und Arche in Pinnow"



 

Frage der Woche

Diese Fragen stellten wir am 21. Dezember. Die Antwort fanden wir überraschend: Über 44 Prozent hatten sich noch nie mit dem Thema Fluchtwege im eigenen Heim beschäftigt. Ein Drittel hatte sich immerhin schon einmal Gedanken über den Ernstfall gemacht, aber nur ein gutes Fünftel unternimmt regelmäßig Gänge durchs Haus und bespricht mit allen Familienangehörigen, was im Notfall zu tun ist. Sicher gehören Sie zu dieser letzten Gruppe

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Ihre Antworten sind uns wichtig! Ihre Einschätzungen greifen wir in unserer täglichen Arbeit auf. Bitte machen Sie mit!" Beantworten Sie die "Frage der Woche", jeden Montag neu ...

» Frage der Woche



 

VPB-Mitglieder haben viele Vorteile ...

... zum Beispiel bietet der VPB seinen Mitgliedern die persönliche, individuelle Betreuung bei allen Neubau- und Sanierungsvorhaben wie auch bei Grundstücks- oder Wohnungskauf oder dem Verkauf von Immobilien. Immer, wenn Sie Fragen haben oder fachlichen Rat brauchen, ist Ihr VPB-Berater für Sie da.


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Bei allen angesprochenen Themen können wir Sie kompetent unterstützen — für Informationsmaterial über die Arbeit des VPB einfach Ihre Adresse und Telefonnummer an info@vpb.de schicken!

Verband Privater Bauherren e.V.
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Chausseestraße 8
10115 Berlin
Tel: 030 - 2789010
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www.vpb.de

Der Verband Privater Bauherren ist eine unabhängige, bundesweit tätige Schutzgemeinschaft. Bauherrenberater in den Regionalbüros beraten und betreuen Mitglieder in allen technischen Fragen des Grunderwerbs, des Kaufs von Alt- und Neubauten und des Bauens allgemein. Der VPB wurde 1976 in Hamburg gegründet und ist heute in allen großen Städten der Bundesrepublik vertreten. Zu den klassischen Leistungen der VPB-Baufachleute gehören unter anderem baufachliche Beratungen beim Abschluss des Kaufvertrages, bei der Mängelerkennung und -beseitigung, ferner die Kontrolle des gesamten Bauverlaufs, aller Termine und aller Abrechnungen. Die Experten des VPB arbeiten firmen- und produktneutral und sind keinen Interessengruppen verpflichtet.
 

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