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Stichwort: Rauchmelder


VPB: Rauchmelder retten Leben!


BERLIN. Rund 190.000 Mal brennt es in Deutschland jedes Jahr. Etwa 400 Menschen sterben dabei. Rund 90 Prozent der Toten sterben dabei nicht durch das Feuer selbst, sondern an der vom Feuer verursachten Rauchgasvergiftung. Viele ereilt es im Schlaf, wenn auch der menschliche Geruchssinn Pause macht. Deshalb sind auch seit einigen Jahren Rauchwarnmelder in Deutschland Pflicht. Sie alarmieren bei Rauch die Menschen in der Umgebung. Im Neubau müssen Rauchwarnmelder heute bereits bundesweit installiert werden. Im Altbau haben die meisten Bundesländer in den vergangenen Jahren Nachrüstpflichten eingeführt. Auch wenn in der Regel kein Amt den Einbau der Melder kontrolliert, so rät der Verband Privater Bauherren (VPB) doch dingend zum Einbau von Rauchwarnmeldern: Sie retten Leben!

Zuständig für den Einbau der Rauchmelder ist der Eigentümer, auch in Mietwohnungen. Entscheidend ist aber die jeweilige Landesbauordnung, und die kann sich ändern: In Mecklenburg-Vorpommern musste anfangs beispielsweise der jeweilige Besitzer die Rauchmelder installieren, also auch der Mieter. Seit einigen Jahren ist aber dort nun der Eigentümer in der Pflicht, Berlin aber etwa sieht dabei den Mieter als vorrangig an! Die Kosten der Installation und Wartung von Rauchmeldern darf der Vermieter übrigens vertraglich auf den Mieter umlegen. Die Pflichten zur Montage von Rauchmeldern sind in den einzelnen Landesbauordnungen leicht unterschiedlich geregelt. Alle Verordnungen nehmen letztlich Bezug auf die DIN 14676, die Rauchwarnmelder für Wohnhäuser, Wohnungen und Räume mit wohnungsähnlicher Nutzung Einbau, Betrieb und Instandhaltung empfiehlt.

Die DIN 14676 regelt die Montage von Rauchwarnmeldern in allen Schlaf- und Kinderzimmern sowie in Fluren, die als Rettungswege gedacht sind. Durch die Bezugnahme werden die DIN-Normen quasi Gesetzesinhalt. Viele Experten raten sogar zu erhöhtem Schutz: Alle Räume außer Küchen, wo Dämpfe häufig für Fehlalarme sorgen sollten mit Brandmeldern ausgestattet sein. Käufer von Altbauten sollten fehlende Rauchwarnmelder zur eigenen Sicherheit umgehend nachrüsten. Wer ein schlüsselfertiges Haus oder eine Eigentumswohnung kauft, der sollte darauf achten, dass die vorgeschriebenen Rauchmelder auch tatsächlich installiert werden.

Rauchwarnmelder sollten mit dem Qualitätszeichen Q gekennzeichnet sein und der Angabe EN 14604. Das Q ist ein unabhängiges Qualitätszeichen für hochwertige Rauchwarnmelder, die sich für den Langzeiteinsatz eignen. Auch solche Modelle sind inzwischen preisgünstig auf dem Markt, ebenso wie vernetzte Rauchwarnmelder.

Der beste Schutz vor Bränden ist die Vorsorge! Brandschutz beginnt schon bei der Planung: Die einzelnen Bundesländer haben das in ihren jeweiligen Landesbauordnungen unterschiedlich geregelt! Grundsätzlich muss aber bei allen Bauwerken darauf geachtet werden, dass ein Brand möglichst gar nicht erst entsteht und, falls doch, sich nicht ausbreiten kann. So dürfen zum Beispiel beim Neubau nur zugelassene Baumaterialien verwendet werden. Außerdem muss jedes Haus einen sogenannten zweiten Fluchtweg haben. Vorgeschrieben sind auch Zufahrtswege für Rettungsfahrzeuge. Vor allem Bauherren, die mit Bauträgern und Schlüsselfertiganbietern bauen, sollten die Baubeschreibungen vor Vertragsabschluss von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen, damit alle Vorschriften erfüllt werden. Brandschutz ist kein lästiges Übel, sondern lebensrettende Vorsicht!

Das gilt ganz besonders auch für Käufer und Bewohner älterer Immobilien. Sie sollten im eigenen Interesse über Brandschutz nachdenken und die möglichen Rettungswege regelmäßig ausprobieren: Wie kommt beispielsweise die Familie, wenn das Treppenhaus brennt, aus dem Dachgeschoss oder dem Keller ins Freie? Sind die Kellerschächte für die Flucht groß genug? Sind die Abdeckgitter von innen zu öffnen? Einbruchschutzmaßnahmen werden beim Brand schnell zur tödlichen Falle. Und: Über welche Wege retten sich Rollstuhlfahrer im Brandfall ins Freie? All diese Details müssen Bauherren und Hausbesitzer beizeiten bedenken. Darüber sprechen und den Ernstfall sogar üben sollten vor allem Familien mit jüngeren Kindern, denn gerade Kinder neigen im Brandfall dazu, sich zu verstecken, statt zu flüchten. Unter dem Bett wähnen sie sich oft sicher und werden im schlimmsten Fall nicht mehr rechtzeitig gefunden.

Neben den bekannten Gefahren, wie echte Kerzen auf Adventskranz und Christbaum, zündelnden Kindern, eingeschlafenen Rauchern im Bett oder Blitzschlag gibt es noch andere Brandursachen. Um die Untersuchung der Ursachen kümmert sich das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS). Die Experten dort nennen als Brandursache in erster Linie die Elektrizität. Rund ein Drittel der Fälle geht auf Elektrizität zurück, rund zehn Prozent auf Überhitzung, gut 20 Prozent auf menschliches Fehlverhalten, neun Prozent auf Brandstiftung, je zwei Prozent auf feuergefährliches Arbeiten, Selbstentzündung und offenes Feuer. Bei immerhin einem Fünftel der Brände wird die Ursache nie festgestellt, nur 0,2 Prozent gehen auf Blitzeinschläge zurück.

Wäschetrockner sind laut IFS die Elektrogeräte, die die meisten Brände verursachen. An zweiter Stelle rangieren Kühlgeräte, gefolgt von Geschirrspülern und Waschmaschinen. Auf Rang fünf der Unglücksstatistik liegt die Mehrfachsteckdose; sie ist in Altbauten weit verbreitet, weil die Anzahl der Steckdosen dort nicht mehr den heutigen Bedürfnissen entspricht. Wer einen Altbau kauft und modernisiert, sollte vor allem das Stromnetz sanieren und für heutige Anforderungen auslegen.

Bei seinen Untersuchungen stößt das Institut auch auf scheinbar banale Brandursachen: Wer weiß schon, dass eine Zigarettenkippe, die in einem Balkonblumenkasten mit trockenen Blumentorf ausgedrückt wird, noch Stunden später ein Feuer auslösen kann? Wichtig also für alle, die draußen qualmen müssen: Kippen nicht im Balkonkasten ausdrücken!

Eine weitere Ursache, an die kaum jemand denkt: In modernen Küchen werden oft Holzbretter über die Herdplatten gelegt, um die Arbeitsfläche zu vergrößern. Laut IFS entstehen auch hier durch das versehentliche, unbemerkte Einschalten der Platte unter dem Holz schwere Brände.

Der moderne Lifestyle wird auch im Badezimmer zum Problem. Viele nutzen ihr schönes Bad vor allem im Winter als Wellnessoase: Schnell ein paar Kerzen auf den Wannenrand, Duftöl ins Wasser und ab ins Vergnügen. Was kann mit den Kerzen schon passieren, wo das Wasser so nah ist? Eine ganze Menge, denn Wannen, die früher aus unbrennbarem Metall waren, bestehen heute aus brennbarem Acryl. Deshalb: Beim Verlassen des Badezimmers alle Kerzen löschen!

Menschlich Gedankenlosigkeit ist eine häufige Ursache für Katastrophen. Ein Klassiker ist die geöffnete Brandschutztür. Weil das ewige Öffnen und Schließen der wichtigen Durchgangstüren viele Menschen nervt, halten sie sie einfach mit einem Holzkeil offen. Das passiert oft in Mehrfamilienhäusern. In solchen Anlagen stehen auch Kinderwägen und Rollatoren in den Gängen und Treppenhäusern und blockieren so im Ernstfall die Fluchtwege. Nicht nur in Eigentumswohnungsanlagen, auch im familieneigenen Mehrgenerationenhaus sind private Hausbesitzer auf Eigeninitiative angewiesen. Sie sollten über Brandschutz sprechen und nachrüsten!

Checkliste: "Verhalten im Brandfall"

Immer 112 wählen!
Im Notfall müssen Sie schnell Hilfe holen. Bei Feuer, auch mit Verletzten, immer die 112 wählen. Das funktioniert übers Festnetztelefon wie auch übers Handy. Auch mit einem gesperrten Mobiltelefon können Sie die 112 erreichen. Gehen Sie dabei unbedingt wie folgt vor:

WER ruft an:
Nennen Sie Ihren Namen und die Telefonnummer unter der die Notruf-Leitstelle Sie für Nachfragen erreichen kann.

WO wird Hilfe benötigt:
Nennen Sie den Einsatzort: Geben Sie Straße, Hausnummer, Stockwerk an. Nennen Sie auch Besonderheiten wie etwa »im Hinterhof«, »auf dem Parkplatz im Hof«, »im Garten hinter dem Haus« oder ähnliches.

WAS ist passiert:
Erklären Sie in kurzen Worten was passiert ist. Zum Beispiel: »Es brennt in der Wohnung«.

WIE viele Verletzte brauchen Hilfe:
Teilen Sie der Notrufzentrale die Anzahl der Verletzten mit und auch, ob und wie viele Menschen noch im Gebäude eingeschlossen sind.

WELCHE Verletzungen haben die Brandopfer:
Beschreiben Sie die für Sie sichtbaren Verletzungen. Je genauer Ihre Angaben sind, desto schneller und wirkungsvoller kann geholfen werden.

NICHT auflegen!
Warten Sie nach Ihrer Meldung unbedingt auf RÜCKFRAGEN! Legen Sie nicht auf! Eventuell braucht die Notrufzentrale noch weitere konkretere Angaben, um ausreichend und vor allem die richtigen Hilfskräfte zu schicken. Außerdem können Ihnen die Experten am anderen Ende der Leitung eventuell wichtige Hinweise für Ihre Hilfsmaßnahmen geben.


Weitere Informationen beim Verband Privater Bauherren e.V., Bundesbüro, Chausseestraße 8, 10115 Berlin, Telefon 030-2789010, Fax: 030-27890111,
E-Mail: info@vpb.de, Internet: www.vpb.de.


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