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Ausgabe vom 16. Dezember 2019


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Steuerrecht: Sanierungsbonus noch nicht beschlossen

Auch wenn viele am Baugeschehen Beteiligte die Reform bereits als beschlossen feiern - zum Redaktionsschluss dieses VPB-Newsletters hatte die steuerliche Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen an privaten Wohngebäuden, die der Bundestag am 15.11.2019 beschlossen hatte, noch immer nicht den Bundesrat passiert, sondern stand nach wie vor auf der Agenda des Vermittlungsausschusses. Ob der Ausschuss in seiner letzten diesjährigen Sitzung am 18.12. zu einer Einigung kommt, bleibt spannend. Die "Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden" im Einkommensteuergesetz (EStG) wäre auf alle Fälle eine erhebliche finanzielle Erleichterung für sanierungswillige Eigentümer älterer Objekte. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

Finanzen: Wohnungsbauprämie angehoben

Der Bundesrat hat die Wohnungsbauprämie in seiner Sitzung am 29.11.19 erhöht: Bausparer, die pro Jahr bis zu 700 (Alleinstehende) beziehungsweise 1.400 Euro (Verheiratete) sparen, erhalten ab 2021 eine Wohnungsbauprämie von zehn Prozent auf diese Einzahlungen – also bis zu 70 beziehungsweise 140 Euro pro Jahr. Das sind über 50 Prozent mehr als bisher. Die angesammelten Prämien gibt es für Vertragsabschlüsse ab 2009 nur, wenn das angesparte Geld für den Bau, Kauf oder die Modernisierung von Wohneigentum verwendet wird. Ausnahme: Junge Leute unter 25 können nach sieben Jahren frei über das Guthaben inklusive der Prämien verfügen. Wichtig sind auch die Einkommensgrenzen für die Wohnungsbauprämie: Sie liegen aktuell bei einem zu versteuernden Einkommen von 25.600 Euro (Singles) beziehungsweise 51.200 Euro (Verheiratete). Ab 2021 steigen die Grenzen auf 35.000 beziehungsweise 70.000 Euro an. Achtung: Relevant für die Wohnungsbauprämie ist die Höhe des zu versteuernden Einkommens!


 

Qualität: Meisterpflicht kommt wieder

Die Wiedereinführung der Meisterpflicht in zwölf Handwerksberufen hat der Bundestag in seiner Sitzung am 12. Dezember 2019 beschlossen. Betroffen davon sind auch Berufe im Baubereich wie Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Parkettleger sowie Rollladen- und Jalousiebauer. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre hatte der Wegfall der Meisterpflicht gerade auf dem Bau zu einer Gründung von vielen Einmann- und Kleinbetrieben geführt, deren Mitarbeiter oft nicht mehr ausreichend geschult waren. In wesentlichen Handwerksberufen, wie Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker, Heizungsbauer oder dem Elektrohandwerk war die Meisterpflicht nie aufgehoben worden.
 




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Altbau: Sanierung mit unabhängigen Experten vorbereitenn

Ungeachtet eventueller Steuererleichterungen lohnt sich die umfassende Modernisierung eines Altbaus ganz besonders für Erben und Käufer, die ein Haus übernehmen und vor dem Einzug dort ohne Rücksicht auf Staub und Dreck sanieren lassen können. "Das A und O jeder Sanierung ist allerdings die sorgfältige Planung im Vorfeld", erklärt Dipl.-Ing. Katrin Voigtländer-Kirstädter, Leiterin des VPB-Regionalbüros Ebersberg. Gerade die energetische Sanierung ist ein umfangreiches Projekt, das Hauseigentümer unbedingt mit einem unabhängigen Berater planen sollten, der auch wirklich das gesamte Gebäude qualifiziert beurteilen kann. Nur so können sie sicher sein, aus der Vielfalt des Angebots auch wirklich das für sie Passende zu bekommen und gleichzeitig die Anforderungen des Gesetzes zu erfüllen. Genauso wichtig wie die frühzeitige Beratung ist die laufende Qualitätskontrolle der Sanierungsarbeiten - damit auch ausgeführt wird, was die Hauseigentümer bestellt und bezahlt haben.

Mehr zum Thema Altbausanierung.



 

Nachrüstpflichten: Immobilienkäufer müssen nachfragen

Wer einen Altbau kauft oder erbt und ihn bewohnen möchte, muss unter Umständen nachrüsten. Wie und wann, regelt die Energieeinsparverordnung (EnEV). Im Paragraph 10 Abs. 4 dort heißt es: Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung am 1. Februar 2002 selbst bewohnt hat, sind die Pflichten … im Falle eines Eigentümerwechsels nach dem 1. Februar 2002 von dem neuen Eigentümer zu erfüllen. Die Frist zur Pflichterfüllung beträgt zwei Jahre ab dem ersten Eigentumsübergang, also der Eintragung ins Grundbuch. "Käufer älterer Häuser sollten deshalb immer konkret nachfragen", empfiehlt VPB-Vertrauensanwalt Holger Freitag: "Wann haben die Verkäufer selbst die Immobilie übernommen, vor oder nach dem Stichtag? Mussten sie entsprechend nachrüsten oder nicht? Und falls ja, sind sie ihren Pflichten auch tatsächlich nachgekommen? Längst nicht alle haben das getan, weil es niemand kontrollierte. Nachrüsten ist aber Pflicht. Neue Eigentümer müssen alte Versäumnisse ausbaden.

Mehr zum Thema Nachrüstpflichten.



 

Architektur-Reisetipp: Dessau

Newsletter So langsam lässt der Trubel nach, beste Zeit also, die Bauhausstadt Dessau ganz in Ruhe zu besuchen. Ein Wochenende reicht aus, um sich einen guten Überblick zu verschaffen. Dabei hilft der Bauhaus-Bus, der alle wichtigen Objekte verbindet: Bauhaus-Schule, Meisterhäuser, Siedlung Törten, Metallhaus, Arbeitsamt, Konsumgebäude und das neue Bauhaus-Museum. Um das alles wirklich genießen zu können, empfiehlt es sich, Tickets vorab online zu buchen; fürs Museum muss es ein Ticket mit Zeitfenster sein. Zwei Stunden Aufenthalt sind vorgesehen und nötig – im Winter jetzt auch ideal zum Aufwärmen.

Aufwärmen können sich Bauhaus-Enthusiasten auch im Kornhaus beim Mittagessen mit Blick auf die winterliche Elbe. Deutlich kälter ist es in diesen Wochen im Junkers-Museum, einem unbeheizten Flugzeughangar, in dem die Geschichte des Erfinders Hugo Junkers gezeigt wird. Auch der gehört zum Bauhaus: Der Flugpionier hatte mit dafür gesorgt, dass das in Weimar ungeliebte Bauhaus nach Dessau übersiedelte.

Die von Junker entwickelten modernen Heizungs- und Warmwassersysteme waren in allen Meisterhäusern eingebaut. Junkers Werkstätten halfen Marcel Breuer bei der Verarbeitung von Metall für den legendären Wassily-Chair. Jede Menge Querverbindungen also, die Dessau-Besucher kennenlernen.


 

Neubau: Im Winter auf Temperaturen achten

Bauarbeiten, die um den Gefrierpunkt herum erledigt werden, sind immer problematisch. Die meisten Baustoffe dürfen nämlich nur bis zu bestimmten Temperaturen eingesetzt werden, darunter nicht mehr. Das klappt nicht auf allen Baustellen. Die VPB-Sachverständigen beobachten bei ihren Baukontrollen häufig frostbedingte Schäden, weil Putze und Estriche falsch verarbeitet wurden und nicht ausreichend Zeit zum Aushärten hatten. Zu den typischen Mängeln gehören Risse, unzureichende Erhärtung und Festigkeit, fehlende Untergrundhaftung und Hohlstellenbildung. Maßgeblich für die Verarbeitungstemperatur sind nicht nur die Lufttemperatur rings ums Gewerk, sondern auch die Außentemperatur und die Bauteiltemperatur. Das ist eine komplexe Mischung, die die Bauarbeiter im Blick behalten müssen. Bauherren, die ihren Hausbau in einem Bautagebuch dokumentieren, sollten gerade in der Übergangszeit stets auch die Außenluft- und die Raumlufttemperaturen sowie die relative Luftfeuchte innen mit dokumentieren, rät der VPB.



 

Nachhaltigkeit: Beim Planen an die Zukunft denken

Alle sprechen über Klimaschutz und Nachhaltigkeit - so auch jetzt viele Familien über die Feiertage. Beim Bauen bedeutet das nicht nur die Verwendung umweltfreundlicher Baustoffe, die sich nach dem Gebrauch wieder komplett recyceln lassen, sondern auch die Überlegung, wie sich ein Objekt möglichst lange sinnvoll nutzen lässt. Nach Beobachtungen des VPB haben Schlüsselfertig-Bauherren nach wie vor oft nur die Wahl unter den klassischen Wohnhäusern für die Familie mit zwei Kindern. Ändern sich die familiären Konstellationen, sei es durch den Auszug der Jugend, durch Scheidung oder Tod eines Partners, sind die Häuser meist nicht mehr wirtschaftlich zu gebrauchen und müssen häufig verkauft werden. Damit geht nicht nur der Wohnort verloren, sondern auch ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Der VPB rät deshalb zur vorausschauenden Planung. Vieles lässt sich vorsehen, beispielsweise Grundrisse, die sich bei Bedarf in zwei oder mehr Einheiten aufteilen lassen. Wer nachhaltig plant, kann im Ernstfall das Haus an seine geänderten Bedürfnisse anpassen und es teilweise vermieten. Das erleichtert die Finanzierung und erhält die Heimstatt. Außerdem gilt: Je kleiner die tatsächliche Wohnfläche, umso niedriger die Bau- und Nebenkosten. Auch das ist in Zeiten hoher Baupreise und steigender Energiekosten bedenkenswert.

Mehr zum Thema Nachhaltigkeit.



 

Aus den Regionalbüros: 20 Jahre Zwickau/Chemnitz

Newsletter Seit zwei Jahrzehnten besteht das VPB-Regionalbüro Zwickau/Chemnitz. Geleitet wird es jetzt seit 16 Jahren von Dipl.-Ing. Jörg Georgi. Der Sachverständige berät vor allem Bauherren neuer Einfamilienhäuser auf dem Weg in die eigenen vier Wände. Seine Beratung reicht von der bautechnischen Vertrags- bis zur laufenden Baukontrolle.

Auch Eigentümer von Altbauten, die sich für eine Sanierung interessieren, oder Kaufinteressenten, die fachliche Unterstützung bei der technischen Beurteilung einer angebotenen Immobilie benötigen, finden beim Regionalbüro Zwickau-Chemnitz Rat und Unterstützung.

Zu den Schwerpunkten von Bauingenieur Georgi gehören auch die Bauwerksdiagnostik sowie die Beurteilung von Bauschäden. Er unterstützt Bauherren und Eigentümer auch bei Fragen zur Tragwerksplanung und zur Standsicherheit ihrer Häuser sowie bei Problemen mit dem Holz- und Bautenschutz. Die meisten Bauherren kommen übrigens auf persönliche Empfehlungen in Regionalbüro - oder weil sie in der Presse über die Angebote des VPB gelesen haben.


 

Einstiegspaket: Hausakte

Wer eine Immobilie baut oder kauft, bekommt Unmengen Papier auf den Tisch. Schwierig, bei all diesen Unterlagen den Durchblick zu behalten: Was ist wirklich wichtig? Was muss aufbewahrt werden und vor allem, wie lange? Am besten, Sie lassen sich beim Sichten und Sortieren der Papiere vom erfahrenen Experten beraten. Das "VPB-Einstiegspaket Hausakte" ist maßgeschneidert für alle, die zwischen Genehmigungen, Wartungsverträgen, Plänen und Gewährleistungsfristen den Überblick behalten wollen. VPB-Einstiegspakete können Sie übrigens auch verschenken!
Erfahren Sie mehr zum Einstiegspaket Hausakte.



 

Lesestoff: Leitfaden zur Sanierung von Nachkriegshäusern

NewsletterDie Bauten der Wirtschaftswunderjahre wechseln gerade die Eigentümer. Die Vorteile liegen auf der Hand: Gute Lagen, schöne, eingewachsene Grundstücke! Über die Nachteile wird gemunkelt: überholte Haustechnik, schlechte Dämmung, feuchte Keller...

Wer den Kauf einer Immobilie aus der Nachkriegszeit erwägt, sollte wissen, was auf ihn zukommt. Dabei hilft der "VPB-Leitfaden für die Modernisierung eines Hauses aus den 1950er und 1960er Jahre". Die 18-seitige Broschüre erläutert die markanten Merkmale der einzelnen Haustypen und listet die für die Bauzeit typischen Mängel und Schadensbilder auf, wie sie die VPB-Sachverständigen bei ihren Bauherrenberatungen vor Ort immer wieder vorfinden.

Den Leitfaden bekommen Sie über den VPB-Shop. Er kostet fünf Euro (Mitglieder bezahlen die Hälfte) zuzüglich Versand.

Ordern Sie hier ...





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Gute Architektur: Revival einer alten Remise in Berlin

Was tun, wenn ein Bau eigentlich abgebrochen werden sollte, sich die Bauherren aber in das alte Gemäuer verliebt haben, das obendrein noch unter Denkmalschutz steht? Dann müssen die Architekten aus der baufälligen Substanz eben etwas Besonders machen. Ein gutes Beispiel für die sogenannte Revitalisierung eines Industriedenkmals ist der Umbau dieser alten Remise in einer ehemaligen Brauerei in Berlin.

Lesen Sie hier mehr.



 

Frage der Woche: Wie lief die Kommunikation mit der Baufirma?

"Erst wird man umworben und hofiert, aber kaum hat man den Bauvertrag unterschrieben – Funkstille." Mit solchen und ähnlichen Worten ärgern sich Bauherren immer wieder über die schlechte Kommunikation mit ihren Baufirmen. Trifft das wirklich zu oder sind das Ausnahmefälle. Das wollten wir in unserer (wie üblich nicht repräsentativen) "Frage der Woche" am 25. November 2019 wissen und fragten unsere Internetleser:

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Rund 40 Prozent fanden die Kommunikation mit ihrer Baufirma tatsächlich schlecht, die übrigen 60 Prozent waren mehr oder weniger zufrieden. Woran es liegen kann, wenn die Kommunikation hakt und was auch Bauherren selbst vielleicht zum besseren Miteinander auf der Baustelle beitragen können, haben wir in einem Experteninterview unseren Augsburger Regionalbüroleiter Dipl.-Ing. Hans Schröder gefragt.

Ihre Antworten sind uns wichtig! Ihre Einschätzungen greifen wir in unserer täglichen Arbeit auf. Bitte machen Sie mit! Beantworten Sie die "Frage der Woche", jeden Montag neu ...


 

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Zum Beispiel bietet der VPB seinen Mitgliedern Rechtsberatung.



 

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Der Verband Privater Bauherren ist eine unabhängige, bundesweit tätige Schutzgemeinschaft. Bauherrenberater in den Regionalbüros beraten und betreuen Mitglieder in allen technischen Fragen des Grunderwerbs, des Kaufs von Alt- und Neubauten und des Bauens allgemein. Der VPB wurde 1976 in Hamburg gegründet und ist heute in allen großen Städten der Bundesrepublik vertreten. Zu den klassischen Leistungen der VPB-Baufachleute gehören unter anderem baufachliche Beratungen beim Abschluss des Kaufvertrages, bei der Mängelerkennung und -beseitigung, ferner die Kontrolle des gesamten Bauverlaufs, aller Termine und aller Abrechnungen. Die Experten des VPB arbeiten firmen- und produktneutral und sind keinen Interessengruppen verpflichtet.
 

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