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Expertenrat am Mittwoch


Hier finden Sie immer die aktuellen Artikel aus unserer Rubrik "Expertenrat am Mittwoch".


18. Mai 2022

Gebaute Vorsorge: Holzbauten leben länger durch konstruktiven Bautenschutz

Wer bäuerliche Anwesen der letzten Jahrhunderte genauer betrachtet, stellt fest, dass diese Gebäude nicht nur ökonomisch, sondern auch bautechnisch vorbildliche, nachhaltige Lösungen aufweisen. Insbesondere im Bereich des Holzbaus wussten die alten Baumeister, wie man Bauteile vor Wind und Wetter, Tauwasserbildung oder Schadstoffen in der Luft am besten schützt. Aber auch heute noch regelt die DIN 68 800 dies. Demnach ist dem konstruktiven Bautenschutz der Vorzug zu geben. Sonst wirken UV-Strahlung, Regen und andere Einflüsse ungehindert aufs Holz, sind die Voraussetzungen für Pilz- und Schädlingsbefall geschaffen und das Holz verliert seine Festigkeit. Die Hauptaufgabe des konstruktiven Holzschutzes ist es also, das Holz gesund zu erhalten. Die Grundlagen werden dafür in der Planung des Hauses gelegt, die von den Handwerkern umgesetzt werden.

Holzfassaden müssen grundsätzlich vor direkter Beregnung geschützt werden. Hier wirken ausreichend große Dachüberstände und spritzwassergeschützte Sockel als Bautenschutz. Die Einwirkungen der Witterung (z.B. Wärmeeinstrahlung) muss in der Konstruktion der Fassade mit bedacht und eingeplant werden. Eine hinterlüftete Fassade ist eine zweite Absicherung für eventuell eindringende Feuchtigkeit – sie kann so schneller abtrocknen. Dabei muss an den Schutz vor Insekten und Nagetieren gedacht werden. Konstruktiver Bautenschutz macht das Bauen zwar zunächst aufwendiger, sorgt aber für eine langlebige Konstruktion und macht den Verzicht auf chemische Holzschutzmittel möglich.

11. Mai 2022

Wohnraumgrößen und Energiekosten – Vorsicht mit pauschalen Temperaturempfehlungen

Den explosionsartig ansteigenden Energiepreisen begegnen viele derzeit mit sparsamerem Beheizen der Wohnräume und bewussterem Umgang mit Warmwasser. Das schont nicht nur das Budget, sondern dient auch dem Klimaschutz. Auch bei den Baukosten sind die Preise in den letzten Monaten stark angestiegen. Hinzu kommen vielerorts Steigerungen bei den Grundstückskosten. Für viele Bauherren stellt sich also die Frage, inwieweit sie sich die Energiekosten für ihre Immobilie auch in der Zukunft noch leisten können.

Der Verband Privater Bauherren empfiehlt zukünftigen Bauherren, eine eingehende Analyse ihres Raumbedarfs mit Experten vorzunehmen. Große Wohnräume wirken oft wenig anheimelnd und sind zudem teurer zu beheizen. Hier auf allzu großzügige Flächen zu verzichten, spart nachhaltig auch Heizkosten. Beachtliches Einsparpotential ergibt sich auch, wenn Wohnräume weniger stark erwärmt werden. Doch hier heißt es, Vorsicht walten zu lassen. Johannes Deeters, Bauherrenberater im Verband Privater Bauherren und Sachverständiger für Schäden an Gebäuden im Emsland, warnt vor voreiligen Spartipps, die nur pauschale Temperatur-Empfehlungen enthalten: "Jedes Haus ist anders. Zunächst muss man zwischen Alt- und Neubau unterscheiden. Eine große Rolle neben der Temperatur spielen die Raumluftfeuchte, bauliche Gegebenheiten und das individuelle Heiz- und Lüftverhalten. Was im Neubau funktioniert, kann in älteren Gebäuden jedoch zu Unterschreitung der kritischen Oberflächentemperaturen auf den Bauteilen und dadurch zu Schimmelpilzbildung führen. Deshalb sollte gerade bei nicht mehr ganz neuen Gebäuden eine Beurteilung durch Sachverständige erfolgen, um bei beabsichtigten Temperaturabsenkungen Schimmel zu vermeiden. Dann wissen die Bewohner, wie sie am besten lüften und heizen und wie sie dabei auch Kosten sparen können."

04. Mai 2022

Handwerkerrechnungen als haushaltsnahe Dienstleistungen steuerlich geltend machen!

Ende Juli des Jahres muss die Steuererklärung für das Jahr 2021 abgegeben werden, wenn die Erklärung vom Steuerpflichtigen selbst erstellt wird. Dabei sollte daran gedacht werden, dass ein Teil der Handwerkerrechnungen steuermindernd geltend gemacht werden kann, erinnert der Verband Privater Bauherren (VPB). Die Aufwendungen für Handwerkerleistungen sind - neben dem Abzugsbetrag für haushaltsnahe Dienstleistungen - in Höhe von 20%, maximal 1.200 € pro Jahr, berücksichtigungsfähig.

Zu den begünstigten, handwerklichen Tätigkeiten zählen insbesondere Arbeiten an Innen- und Außenwänden, am Dach, an der Fassade, an Garagen o.ä., sowie Reparatur oder Austausch von Fenstern und Türen, Wandschränken, Heizkörpern und -rohren, von Bodenbelägen, von Heizungsanlagen, Elektro-, Gas- und Wasserinstallationen, aber auch die Modernisierung der Einbauküche, des Badezimmers und Maßnahmen der Gartengestaltung, Pflasterarbeiten auf dem Wohngrundstück sowie Kontrollaufwendungen (z.B. Schornsteinfeger, Kontrolle von Blitzschutzanlagen).

Unerheblich ist dabei, ob es sich bei den Aufwendungen für die einzelne Maßnahme um Erhaltungs- oder Herstellungsaufwand handelt. Aber Achtung: Handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind jedoch nicht begünstigt. Als Neubaumaßnahmen gelten alle Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Errichtung eines Haushalts bis zu dessen erstmaliger Bezugsfertigkeit durchgeführt werden, z.B. beim Bau eines Einfamilienhauses. Hingegen stellt z.B. der nachträgliche Ausbau des Dachgeschosses oder der nachträgliche Bau eines Wintergartens in einem selbstbewohnten Einfamilienhaus keine Neubaumaßnahme, sondern eine begünstigte Maßnahme dar.

Abzugsfähig sind alle Handwerker- und Renovierungsarbeiten am eigenen und selbst bewohnten Haus. Und zwar die reinen Arbeitskosten ebenso wie die Fahrtkosten und die anteilige Mehrwertsteuer. Nicht abzugsfähig sind allerdings Materialkosten. Auch wenn es sich lohnt, Steuern zu sparen – noch besser ist es aber, die Kosten - und damit auch die Rechnungen - von Beginn an niedrig zu halten. Der VPB rät deshalb dazu, bei jeder Arbeit, auch bei Kleinigkeiten, vorab nach dem Preis zu fragen und möglichst drei vergleichbare schriftliche Angebote einzuholen.

Den kostenlosen Ratgeber "Steuern sparen mit Handwerkerrechnungen" finden Interessierte unter "VPB-Ratgeber kostenlos".

27. April 2022

Kostenexplosion – wenn der Traum vom Eigenheim zu platzen droht

Auch wenn die Bauzinsen steigen. Gab es im vergangenen Jahr noch für unter einem Prozent Zinsen für ein Standard-Darlehen, so sind es derzeit knapp über zwei Prozent. Tendenz weiter steigend. Doch ein Blick zurück relativiert die derzeitigen Kosten für Baugeld. Denn der letzte vergleichbare Anstieg liegt 23 Jahre zurück. Damals allerdings auf einem völlig anderen Niveau – von 5,1 auf 6,4 Prozent. Noch immer sind die Zinsen also vergleichsweise günstig. Erhebliche Preissteigerungen auf dem Bau ergeben sich für Bauherren allerdings durch stark angestiegene Preise für Baumaterialien. Insbesondere die Preise für mineralölbasierte Baustoffe (Kunststoffrohre, Dämmstoffe, Bitumenbahnen etc.), Stahl und Beton als besonders energieintensive Baustoffe und dem international stark nachgefragten Bauholz machen Bauunternehmen und Bauherren Sorgen. Lieferketten sind wegen Corona und des russischen Kriegs gegen die Ukraine aus dem Takt geraten. Auch der Fachkräftemangel wirkt sich aus: Handwerker verlangen höhere Stundenlöhne und jeder Auftraggeber schätzt sich glücklich, wenn er nicht Wochen und Monate auf begehrte Spezialisten warten muss. Die Nachfrage nach Immobilien ist dennoch ungebrochen und wird absehbar eher noch steigen. Denn in Inflationszeiten gilt die Immobilie vielen als sicherer Hafen und als wertstabiles Betongold. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern muss möglichst schnell verringert werden. Der Ausbau der Nutzung sogenannter erneuerbarer Energien ist unabdingbar, was sich auch in der aktuellen KfW-Förderpolitik der Ampel-Koalition niederschlägt. Auch diese weitaus höheren Anforderungen werden zu weiter steigenden Immobilienpreisen führen.

Alles in allem eine Gemengelage, die Bauherren und Immobilienkäufer kaum glücklich macht. Der Verband Privater Bauherren rät daher, sich eingehend über Einsparmöglichkeiten bei der Planung der eigenen Immobilie beraten zu lassen. Wer sparen will, muss systematisch an die Planung herangehen und überlegen, ob auf Extras wie etwa den Erker, die Dachgauben, die Sauna oder der offene Kamin oder der Natursteinbodenbelag nicht verzichtet werden kann.

20. April 2022

Muskelhypothek – Vor- und Nachteile

"Selber machen spart Geld" so denken viele Bauherren. Und angesichts gestiegener Baupreise erscheint es als gute Idee. Doch Corinna Merzyn vom Verband Privater Bauherren, warnt: "Hier überschätzen sich viele in ihrer Kraft und ihrer Zeit. Wer selbst auf der Baustelle tätig werden will, braucht dazu auch noch Geschick und Know-how."

Nicht alle Arbeiten für sind etwas Heimwerker. Bei den Außenanlagen, beim Malern und Tapezieren oder beim Verlegen von Bodenbelägen können geschickte Bauherren mit Hand anlegen. Auch beim Dämmen des Daches von innen und beim Trockenbau können geschickte Hände einiges an Geld sparen. Doch Eigenleistungen kosten viel Zeit und müssen exakt in den Bauablauf integriert werden, damit es nicht zu Zeitverzögerungen kommt. Dies gilt vor allem dann, wenn die Bauherren nicht mit dem eigenen Architekten bauen, sondern schlüsselfertig: Wer haftet dann beispielsweise, wenn durch die Eigenleistungen Schäden entstehen und die Baufirma anschließend nicht weiterbauen kann? Oder wenn durch mangelhafte Eigenleistungen Menschen verletzt werden? Und wer übernimmt die baufachliche Aufsicht für die Bauten in Eigenregie?

Wer selbst baut, sollte sich unbedingt vorab vom unabhängigen Sachverständigen beraten lassen. Schon vor Vertragsabschluss sollten die Bauherren mithilfe des Experten genau auflisten, was sie an Eigenleistung erbringen können und möchten. Diese Wünsche müssen dann mit dem Anbieter abgestimmt und im Vertrag detailliert festgelegt werden. Dabei sollten die Vertragspartner insbesondere die Schnittstellen zwischen Fremd- und Eigenleistungen exakt definieren, und zwar in organisatorischer wie auch zeitlicher Hinsicht. Ebenso wichtig ist die laufende baufachliche Kontrolle der Eigenleistungen durch den Sachverständigen. Wer darauf verzichtet und aus Unwissenheit Baumängel verursacht, der bleibt auf den Schäden sitzen. Statt Ersparnis bedeutet das dann Mehrausgaben!

Übrigens: Wer in Eigenhilfe baut und dabei die Unterstützung von Bekannten, Nachbarn und Familienangehörigen in Anspruch nimmt, der muss sich und seine Helfer am Bau absichern. Auch hierzu sollten sich Bauherren eingehend beraten lassen.

13. April 2022

Winterschäden jetzt beseitigen

Die winterliche Witterung setzt jedem Gebäude zu. Sie schadet der Substanz und kann zu teuren Folgeschäden führen. Wichtig daher: richtig heizen! Auch wenn es zunächst nach Energieverschwendung klingt, sollte ein Haus beheizt werden, um es vor Schäden zu bewahren, so raten die Sachverständigen des Verbands Privater Bauherren (VPB). Wohnräume sollten mindestens 17 Grad haben. Das kostet auf Dauer weniger als die spätere Beseitigung eventueller Frostschäden.

Die Heizung nachts abstellen? Bausachverständige warnen davor: Das bringt nichts, denn es dauert dann am Morgen umso länger, das Haus wieder aufzuheizen. Außerdem sinkt bei abgestellter Heizung die Temperatur im Keller und im ungedämmten Dachgeschoss stark ab. Ungeschützte Wasserleitungen können dann auffrieren. Gleiches gilt für die Ferienzeit: Wer die Heizung abstellt, der riskiert teure Frostschäden. Auch im vorübergehend leerstehenden Haus sollten die Thermostate immer noch auf 16 Grad stehen – also auf zwei bei handelsüblichen Heizkörperventilen.

Sinken die Temperaturen gegen Null, sollten Hausbesitzer ihre Immobilie gründlich inspizieren: Sind alle Kellerfenster geschlossen? Auch das Fenster in der Waschküche, das normalerweise immer offen ist? Sind alle Wasserleitungen abgestellt und entleert? Sinkt die Temperatur nämlich unter den Gefrierpunkt, können Wasserrohre platzen. Wichtig dabei: Wer einen Kaminofen hat, dessen Sauerstoffzufuhr über ein offenes Kellerfenster gesichert wird, darf das Fenster nicht einfach schließen, warnen Bauberater. Sie empfehlen, sich hier genau an die Vorgaben des Schornsteinfegers halten.

Ebenso wichtig wie das Heizen ist auch das Lüften im Winter. Selbst an extrem eisigen Tagen muss Frischluft ins Haus, damit alte, feuchte Luft entweichen kann. Wer nicht lüftet, der riskiert Feuchte- und damit Schimmelschäden. Statt Dauerlüften mit gekipptem Fenster empfehlen Baufachleute mehrmals täglich Stoßlüften. Und zwar immer fünf bis zehn Minuten lang, am besten auf Durchzug. Nur das ist effektiv und damit auch energiesparend.

Hausbesitzer sollten während der Frostperiode immer wieder Kontrollgänge ums Haus machen und dabei auch Schneeverwehungen an Hausecken und Terrassen- sowie Balkontüren beseitigen. Beginnt es nämlich zu tauen, dann läuft das Tauwasser oft durch die Türen ins Haus oder durchfeuchtet das Mauerwerk. Schwieriger ist es, Schneeverwehungen auf dem Dach zu beseitigen. Aber auch das ist wichtig, denn durch Tauwasser können Schäden entstehen. Solche Feuchteschäden sollten Hausbesitzer umgehend beseitigen lassen, denn die durchfeuchtete Wärmedämmung schimmelt schnell und dämmt nicht mehr.

Wie Hausbesitzer ihre wertvolle Immobilie in den kalten Monaten am besten schützen, das hat der Verband Privater Bauherren in seinem Ratgeber "Bringen Sie Ihr Haus sicher über den Winter" zusammengestellt. Er kann hier kostenlos heruntergeladen werden:
https://www.vpb.de/download/VPB-Ratgeber_Haus_sicher_durch_den_Winter_bringen.pdf




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