VPB rät: Bauherren sollten auf individueller Bauberatung bestehen

BERLIN. Wer bauen möchte, der braucht dazu viel Geld, Zeit und Nerven. "Und seriöse Ratgeber", betont Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB), "denn Bauen ist ein komplexes Geschäft, in dem mit zunehmend harten Bandagen um immer kleinere Gewinnmargen gekämpft wird." Auf der Strecke bleibt dabei häufig der private Bauherr, der sich gutgläubig auf werbewirksame Angebote von Schlüsselfertig- und Festpreisanbietern einlässt, die sich später all zu oft als leere Versprechungen erweisen. "Die Erfahrungen machen wir beim VPB seit unserer Gründung vor 33 Jahren", resümiert Verbraucherschützer Penningh. "Der Bauherr, der meist nur einmal im Leben baut oder kauft, ist Laie und wird von ausgefuchsten Vertragspartnern schlichtweg über den Tisch gezogen."

Um private Bauherren vor solchen Reinfällen zu bewahren, bemühen sich inzwischen zahlreiche Helfer aus unterschiedlichsten Professionen um die Klientel. "Wer sich einen Berater aussucht, der muss dabei einige Grundsätze beachten, denn nicht jeder Ratgeber ist auch ein seriöser Fachmann und erfahrener Sachverständiger", mahnt Thomas Penningh. "Die Bezeichnung "Sachverständiger" ist nämlich gesetzlich nicht geschützt. Jeder darf sich "Sachverständiger" und "Gutachter" nennen." Woran also erkennt der Bauherr den Helfer mit wahrem Sachverstand?

Grundsätzlich sollte jeder Bauherr, der einen Berater beauftragt, strikt auf individueller Behandlung bestehen. "Beim Kauf einer Altimmobilie etwa, oder bei der energetischen Sanierung, beurteilt ein seriöser Bausachverständiger ein Objekt nicht nach standardisierten Checklisten oder vom Schreibtisch aus, sondern er sieht sich das Gebäude persönlich genau an. Er begutachtet Konstruktion, Haustechnik und Bauschäden immer vor Ort und macht dem Kaufinteressenten oder Hausbesitzer anschließend konkrete Vorschläge zu Sanierungsmaßnahmen und -kosten. Dabei bezieht er die persönlichen Wünsche und Kostenlimits seines Auftraggebers in die Lösungsvorschläge ein.

Sucht der Bauherr Rat bei Bau oder Kauf eines neuen Objekts, dann begutachtet der Sachverständige zunächst alle Pläne und den Bauvertrag mit Bau- und Leistungsverzeichnissen. Er weist seinen Auftraggeber auf Vertragslücken hin und unterstützt ihn auf Wunsch bei der Nachverhandlung mit dem Anbieter. "Allerdings", schränkt Vorsitzender Penningh ein, "lehnen wir es beim VPB strikt ab, gegen Provision lediglich den Preis des Anbieters zu drücken. Das ist nicht Aufgabe eines neutralen Sachverständigen. Wer sich nur auf das Reduzieren des Preises konzentriert, der kümmert sich nicht ums Wesentliche, der lässt wichtige bau- und vertragstechnische Details außer Acht."

Während der Bauzeit kontrolliert der Sachverständige den Baufortschritt in regelmäßigen Abständen und sichert so die Qualität der Arbeit. Seriöse Bauherrenberater arbeiten dabei strikt firmen- und produktneutral. Sie sind unabhängig von Lieferanten, Unternehmern, Planern, Finanzierern, Maklern oder anderen Firmen und Personen, die in irgendeinem Zusammenhang mit dem Bauvorhaben des Kunden stehen. "Außerdem zeichnet sich der gute Berater dadurch aus, dass er rechtzeitig auf mögliche Interessenkonflikte hinweist und nur Aufträge annimmt, die ihn oder seinen Kunden nicht in Konflikte bringen", erläutert Thomas Penningh.

Bausachverständige und Bauberater nehmen im Übrigen auch keine Provisionen an. Ihr Honorar bezahlt immer und ausschließlich der Bauherr, der sie beauftragt hat. "Darauf müssen Bauherren besonders achten, denn mancher selbst ernannte Bauberater steht gleichzeitig auf der Lohnliste eines Schlüsselfertiganbieters oder Finanzdienstleisters", warnt Verbraucherschützer Penningh.

"Das Honorar eines Bauberaters richtet sich stets nach seinem Aufwand. Ein komplexes Gutachten ist teurer als eine einfache Beratung", erläutert der Bausachverständige. Weil aber die Honorarsätze feststehen und erfahrene Bauherrenberater wissen, wie viel Zeit sie für welche Aufgabe benötigen, bieten sie verbindliche Kostenvoranschläge an.

Seriöse Bauherrenberater sind qualifizierte Fachleute, die sich an ihre eigene Berufs- oder Standesordnung halten. Sie bilden sich regelmäßig fort und ziehen bei komplexen Sachverhalten weitere unabhängige Berater aus anderen Fachgebieten hinzu - damit der Bauherr optimale Ergebnisse bekommt. "Die bundesweit über 60 VPB-Büros bilden dabei ein enges Netzwerk. Sie tauschen Informationen aus und teilen ihr Fachwissen."

Außerdem: "Beim individuell beratenden Bausachverständigen ist die Betreuung immer Chefsache und bleibt in einer Hand", erläutert Thomas Penningh. "Der Bauherr wird nicht willkürlich von einem zum nächsten weitergereicht. Auch seine Daten und persönlichen Wünsche werden vertraulich behandelt und nicht in Datenbanken gespeichert oder gar an Firmen, Finanzdienstleister oder Makler weitergegeben. Beim Bauen geht es um viel Geld. Der seriöse Berater hilft seinem Bauherrn dabei, in angemessener Zeit und zum vereinbarten Preis ein mängelfreies Haus seiner Wahl zu bekommen. Das setzt Sachverstand voraus und langjährige Erfahrung."


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